Hat das Museum „Lützen 1632“ wirklich zu wenige Parkplätze?
Stolz steht das moderne Gebäude an der Bundestraße und beherbergt einen echten historischen Schatz, der in seiner Einmaligkeit über die Grenzen Lützens, sogar über die Grenzen Sachsen-Anhalts und ja, bis nach Schweden strahlt.
Das Massengrab der Schlacht von 1632 mit seinen 47 gefallenen Soldaten ist Zeugnis eines epochenstiftenden Krieges und zugleich Mahnmal für den Frieden. Das Ausstellungsthema, der Krieg und seine Folgen, bewegt die Menschen, sorgt für Kontroversen, aber auch für großes Interesse an dem im Oktober eröffneten Museumsneubau. Eigentlich ein Grund zur Freude, erhoffte man sich mit dem Neubau doch genau das, einen Schub für den örtlichen Tourismus.
Nun sorgte kürzlich ein „Ruf nach mehr Platz“ in der Mitteldeutschen Zeitung für Aufhorchen bei den Bürgern und in der Stadtverwaltung, denn die Gäste müssen für ihren Besuch anreisen und tun dies mehrheitlich mit dem Auto.
Reichen 102 Parkplätze für Pkw, 14 Stellplätze für Motorräder und jeweils zwei für Busse und Caravans?
Als die Planung für das Museum begann, war eine Corona-Pandemie noch weit entfernt. Damals ging man davon aus, dass das Museum 25.000 Gäste anlockt – pro Jahr. 25.000 Gäste die den Namen Lützen und deren Geschichte nach außen tragen. 25.000 Menschen, die auch einen Abstecher in die Stadt Lützen und deren Umgebung machen sollen.
Und wenn man vom Für und Wider spricht und ein solches Vorhaben plant, dann wägt man auch Zahlen und Fakten ab.
25.000 Besucher, so die Planung, bedeutet auch, dass bei den Öffnungszeiten des Museums im Schnitt 80 Besucher pro Tag kommen. Da reichen allein die 102 Stellplätze für Pkw, selbst wenn in jedem Auto nur einer sitzen würde, wovon aber nicht auszugehen ist. Denn das Museum ist ein Ausflugsziel, welches man mit der Familie oder Freunden besucht.
ABER, werden viele sagen, die meisten kommen nicht in der Woche, nutzen eher das Wochenende oder Feiertage vor allem in der warmen Jahreszeit für einen Besuch der geschichtsträchtigen Stätte. Zudem liegt das Museum mit Gedenkstätte neben dem ebenfalls sehr gut besuchten Martzschpark.
Das ist sicher richtig! Und darüber kann Lützen nur froh sein, wenn so viele Menschen den Weg zu uns suchen – zum Museum, in die Stadt und Region. Und sicherlich wird es an den einen oder anderen Tagen eng werden, um sein Fahrzeug abzustellen, um einen Parkplatz zu finden. Da geht es Lützen mit seinem Museum nicht anders, als anderen attraktiven Einrichtungen. Saisonale Spitzen sind in jeder touristischen Region normal, entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht.
Es wird temporär Ausweichparkplätze geben müssen, um an gut frequentierten Tagen die Fahrzeuge aufzufangen. So zum Beispiel auf einer kleinen Feldfläche gegenüber dem Museum und hinter dem Martzschpark im Denkmalweg.
Nun könnte man sagen, dennoch wäre ein größerer Parkplatz besser, an derartigen Tagen.
Sicher ein Gedanke, der in den Sinn kommt. Allerdings gibt es Beschränkungen und Vorgaben, wie z.B. die Grundstücksgröße und gesetzliche Vorgaben. Die vor dem Museum geschaffenen Stellplätze für Pkw, Motorräder, Busse, Caravans und Fahrräder, wurden nach bestem Wissen und Gewissen und Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen geplant, durch die baurechtlichen Genehmigungsbehörden bestätigt und stellen eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Parkplatzsituation in diesem Bereich dar. Die in den Raum gestellte Vermutung eines vorliegenden Planungsfehlers trifft daher keinesfalls zu.
Die Stadt Lützen arbeitet bereits aktiv daran, weitere Flächen mit Parkmöglichkeiten – vor allem in den Spitzenzeiten der Saison – vorzuhalten, um den Besuchern des Museums „Lützen 1632" ein positives Erlebnis zu ermöglichen.
Und wenn die (künftigen) Besucher im Museum Eines lernen, dann: Das Abwägen zwischen dem Für und Wider ist wichtig, um statt dem Krieg, dem Frieden den Boden zu bereiten. Und hin und wieder braucht es auch ein wenig Geduld und Verständnis, um mögliche Herausforderungen zu bewältigen.